Verfasst von: tobiasreisender | 3. Februar 2010

Kurzbeschreibung meiner Dissertation

Tourismus wird häufig als gute Chance zur Entwicklung von Entwicklungsländer beschrieben und ist darüber hinaus eine der weltweit wichtigsten Wirtschaftszweige. Tourismus kann Arbeitsplätze schaffen und damit auch Menschen in den Entwicklungsländern einen höheren Lebensstandard ermöglichen.
Aber darüber hinaus kann aus Tourismus auch eine große Gefahr für Kultur und Umwelt einzelner Länder darstellen, da er das Leben der Menschen verändert und erheblichen Einfluss auf die Natur der touristischen Regionen haben kann.

Im Verlauf dieses Blogs werde ich Möglichkeiten und Lösungen anhand von Untersuchungen und Beispielen aufzeigen, wie für Tourismusindustrie und Tourismusregionen ein Wettbewerbsvorteil durch “grünen und nachhaltigen Tourismus” entstehen kann, wenn nachhaltige Produkte entwickelt und vertrieben werden.
Ich werde aufzeigen, wie die Verbraucher zu “grünen und nachhaltigen Produkten” stehen und in wie weit sie bereit sind hierfür höhere Preise zu bezahlen oder auf mögliche Annehmlichkeiten zu verzichten würden.

Um einen Teil meines Ergebnisses vorweg zu nehmen, einen lang anhaltenden Wettbewerbsvorteil durch grünen und nachhaltigen Tourismus werden vor allem Tourismusunternehmen nicht erzielen können, da die Tourismusindustrie als ein sehr homogener Markt bezeichnet werden kann, auf dem Informationen und Know-How nur schwer vor der Konkurrenz geschützt werden können. Im Gegensatz zu anderen Industriezweigen wie zum Beispiel der Kfz-Industrie, lässt sich in einem dienstleistungsorientierten Bereich kein technologischer Fortschritt erzielen, der nicht von der Konkurrenz kopierbar wäre.

Anders verhält sich dies natürlich bei ganzen Tourismusregionen und Ländern. Können die Landeskultur und die Natur geschützt und “konserviert” werden, so besteht auf mittel- bis langfristige Sicht ein erheblicher Wettbewerbsvorteil zu anderen Regionen, die weniger oder gar kein Augenmerk auf eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus geachtet haben und so ihre Identität und damit ihr USP verloren haben.

Speziell für Tourismusunternehmen ist der Eintritt in ein grünes und nachhaltiges Produktportfolio also nur dann ein wirklicher Wettbewerbsvorteil, wenn sie einer der sogenannten First-Mover sind und mit einem frühen Markteintritt nicht nur mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, sondern sich evtl. auch eine höhere Glaubwürdigkeit durch den frühen und nicht vom Markt aufgezwungenen Eintritt in dieses Produktfeld erzielen können. Ein weiterer Vorteil von First-Movern ist natürlich, dass sie gegen neu eintretende Konkurrenz mit ihrer längeren Erfahrung einen Vorteil im Markt haben.

Speziell in einem so eng und hart umkämpften Markt wie dem Tourismus ist es von großem Vorteil, seinen potenziellen Kunden ein Produkt anbieten zu können, das einen Mehrwert gegenüber der Konkurrenz bietet. Die Entwicklung in der Nahrungsmittelindustrie und der Automobilindustrie haben gezeigt und zeigen, dass die Kunden nicht nur ausschließlich auf den Preis und die offensichtlichen Leistungen schauen, sondern dass sie auch immer stärker auf die Nachhaltigkeit des Produktes achten.


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